Schmerz erfassen und dokumentieren

Ohne eine regelmäßige Schmerzmessung und schriftliche Dokumentation ist eine effektive Schmerztherapie nicht realisierbar. Ausführliche Befragungen von Patienten, Pflegenden und Ärzten im Rahmen des Pilotprojektes ergaben jedoch, dass die Schmerzstärke nicht systematisch gemessen und dokumentiert wird, obwohl dafür Schmerzskalen und Schmerztagebücher zu Verfügung stehen.

Pflegende forderten die Patienten zwar häufiger auf als die Ärzte, ihren Schmerz einzuschätzen, allerdings, so Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Leiter des Advisory Boards im Fachbereich Pflege, müsse man sich fragen, „wie aussagekräftig dies ist, da noch immer 60 Prozent der Ärzte und 70 Prozent der Pfleger keine Schmerzskala zur Schmerzerfassung verwenden.“

Häufig dienten die Äußerungen von Nachbarpatienten und Angehörigen sowie die Mimik und Gestik des Patienten als einziges Schmerzerfassungs-Instrument. Der Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“ sei dabei weder der Stationsleitung noch den Mitarbeitern bekannt, so Osterbrink.