Schmerz erfassen und dokumentieren

Ohne eine regelmäßige Schmerzerfassung und schriftliche Dokumentation ist eine effektive Schmerztherapie nicht realisierbar. Ausführliche Befragungen von Patienten, Pflegenden und Ärzten im Rahmen des Projektes „Schmerzfreies Krankenhaus“ ergaben, dass ohne eindeutige Vorgaben für das Vorgehen bei der Schmerzerfassung weder eine systematische Erhebung einer Schmerzanamnese noch eine Schmerzerfassung im Verlauf erfolgt. Zwar liegen verschiedene Instrumente zur Erfassung von akuten und/oder chronischen Schmerzen vor, jedoch werden eindeutige für alle Berufsgruppen geltende Vorgaben benötigt, die eine sinnvolle und abgestimmte Nutzung dieser Instrumente regeln.

Die Untersucher stellten fest, dass in der Befragung zu Beginn des Projektes „Schmerzfreies Krankenhaus“ (vor der Intervention) Pflegende die Patienten zwar häufiger als Ärzte aufforderten, ihren Schmerz einzuschätzen, allerdings haben auch von den Pflegenden lediglich 30% eine Schmerzskala zur Erfassung der Schmerzstärke eingesetzt (Ärzte 45%) (Certkom e.V, data on file).

Laut den Projektverantwortlichen hat die Befragung nach der Intervention dagegen gezeigt, dass nach Einführung verbindlicher Vorgaben für das Schmerzmanagement 92% der Pflegenden und 87,9% der Ärzte eine Schmerzskala zur Erfassung des Schmerzes nutzten. Allein dieses Ergebnis zeigt, welche Möglichkeiten in der Einführung eines systematischen Schmerzmanagements liegen und welche positiven Effekte für das Handeln der Mitarbeiter entstehen (Certkom e.V. data on file).