Ergebnisse

Wie fielen die Ergebnisse des Projekts aus?

Bei dem mit über 8.000 Patienten, mehr als 5.000 Pflegenden sowie über 2.500 teilnehmenden Ärzten und somit bis dato weltweit größten Projekt dieser Art konnte gezeigt werden, dass qualifizierte Schmerztherapie möglich ist:

  • Die Anzahl an Patienten, die besonders nachts starke Schmerzen hatte, wurde um über 50 Prozent reduziert.
  • 13 Prozent der Patienten hatten weniger Schmerzen beim Gehen oder Aufstehen.
  • Über 90 Prozent der Patienten meldeten sich bei Schmerzen rechtzeitig. Vorher waren es rund 60 Prozent.
  • Wenn Patienten bei Schmerzen die Pflegenden informierten, erhielten sie in mehr als zwei Drittel der Fälle ein wirksames Medikament. Vor Beginn des Projekts waren es nur 50 Prozent.
  • 74 Prozent der behandelten Patienten waren gegen Ende des Projekts schmerzfrei oder hatten nur geringe Schmerzen.
  • Schmerzen bei Lagewechseln konnten von 29 Prozent auf 18 Prozent reduziert werden.

Auch Ärzte und Pflegende waren mit dem optimierten Schmerzmanagement sehr zufrieden, so dass mehr als 85 Prozent die Qualität der Schmerztherapie mit der Note „gut“ bewerteten (vorher „befriedigend“). Über 70 Prozent waren der Meinung, dass sich die Kommunikation innerhalb der Berufsgruppen und zwischen den unterschiedlichen Disziplinen verbessert hatte, weil es eindeutige Kommunikationsstrukturen gibt. So erhalten beispielweise Patienten Informationsblätter, die sie über die Möglichkeiten der Schmerztherapie und Maßnahmen aufklären, die sie eigenständig ergreifen können.

Behandlungsrichtlinien für qualitätsgesicherte Schmerztherapie unverzichtbar

„Die Ergebnisse zeigen, dass das ehrgeizige Ziel einer qualitätsgesicherten Schmerztherapie in deutschen Kliniken möglich ist. Dazu müssen die Erfassung und die Dokumentation der Schmerzstärke, medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen sowie Beratungen und Schulungen systematisch durchgeführt und aufeinander abgestimmt sein“, fassten die wissenschaftlichen Leiter Professor Christoph Maier, Bochum, und Professor Jürgen Osterbrink, Salzburg zusammen.

Um dies zu gewährleisten, entwickelten die Kliniken in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe nachfolgende im Rahmen des Projektes verbindliche Regelungen, die sich am nationalen Expertenstandard in der Pflege zum Thema Schmerzmanagement orientieren:

  • Festlegung von Therapiestandards
  • Vereinbarung nicht-medikamentöser Maßnahmen, die von Pflegenden und Physiotherapeuten durchgeführt werden
  • Fixierung berufsgruppenspezifischer Schwerpunkte im Schmerzmanagement
  • Festlegung von Interventionsgrenzen, bei denen die Pflegende den Arzt ruft oder dieser den Schmerzspezialisten, um Versorgungslücken zu verhindern

Diese Verfahrensanweisungen und schriftlichen Regelungen wurden in den einzelnen Kliniken individuell ausgestaltet und über das Intranet, durch Fortbildungen sowie durch die Teilnehmer der Arbeitsgruppe Schmerz transparent gemacht.

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